Waldbrandbekämpfung zu Lande
- AFZ-DerWald 25/2000
Die Sonderschau Waldbrandvorbeugung und
-bekämpfung während der KWF-Forstmaschinen- und Neuheitenschau demonstrierte
eindrucksvoll: Waldbränden kann durch die Kombination waldbaulicher und
technischer Maßnahmen effektiv vorgebeugt werden. Kommt es trotzdem zum Brand,
ist Spezialtechnik im Einsatz.
Der Schwerpunkt des Waldbrandgeschehens in
Deutschland liegt im Land Brandenburg, das zu den waldbrandgefährdetsten
Regionen Europas gehört. Waldbrände verursachen dort jährlich durchschnittlich
einen Schaden von etwa 6 Mio DM, zusätzlich entstehen Löschkosten von etwa 4,5
Mio DM. Auf dem Gebiet der alten Bundesländer finden sich stark durch Waldbrände
gefährdete Regionen v.a. in Niedersachsen. So breitete sich ein Waldbrand bei
Eschede im August 1975 auf einer Fläche von etwa 5.000 ha aus. FD a.D. PETER LEX
aus Lüneburg hat Erfahrungen und Folgerungen nicht nur der damaligen
Brandbekämpfung für die KWF-Tagung in einer Posterschau zusammengestellt. So
vertritt er heute ganz klar die Auffassung: "Ein Meteorologe gehört in den
Führungsstab der Brandbekämpfung!". Den vielfältigen Einfluss von
Witterungskomponenten auf die Brandgefahr und die Sicherheit der Brandfläche
nach den Löscharbeiten erläuterte dann auch Dr. KLAUS-PETER WITTICH vom
Deutschen Wetterdienst. Der DWD gibt Waldbrandvorhersagen für fünf Tage im
Voraus und nutzt dafür neben zwei deutschen Verfahren Informationen aus
schwedischen und kanadischen Methoden.
Die während der KWF-Forstmaschinen- und
Neuheitenschau in Ovelgönne gezeigte Spezialtechnik für die Waldbrandbekämpfung
demonstrierte den hohen technischen Standard für Löschfahrzeuge in Deutschland.
Wurde auf der nur alle sechs Jahre stattfindenden Leitmesse für Brand- und
Katastrophenschutz, der "Interschutz", in diesem Jahr von einer
Firmenkonzentration bei den Herstellern von Aufbauten für Löschfahrzeuge
gesprochen, so zeigten sich in Ovelgönne durchaus Chancen für mittelständische
Unternehmen.[...]

Prototyp von Koopmanns "Bush Fire Top Line" |
Die Vorteile mittelständischer Firmen, durch
technische Sonderlösungen auf spezielle (Kunden-)Anforderungen eingehen zu
können, zeigen sich auch in der Technik für die Waldbrandbekämpfung. So führte
ALFONS KOOPMANN aus Markhausen (Nds.) seine Idee "Bush Fire Top Line" nun "nach
drei Jahren tüfteln", wie er sagt, bis zur Goldmedaille auf der Internationalen
Erfinder-Messe 2000 in Genf. "Bush Fire Top Line", das ist ein geländegängiger
kompakter Löschanhänger mit einem 6.000-Liter-Tank und umfangreichen Zubehör für
die Brandbekämpfung. Eine Besonderheit ist der Kompressor mit Greifersteuerung
(Arbeitsdruck 25 bar, Maximaldruck 35 bar), der einen 24-Stunden-Betrieb
ermöglicht. Er versorgt die IFEX Dual Intruder Löschkanone, aus der mit 25 bar
und 125 m/s jeweils 15 l Wasser pro Schuss bis 70 m weit ausgebracht werden
können. Zur Ausrüstung gehören weiterhin ein tragbarer 1-Liter-lntruder, eine
Schaumpistole und ein Wasserwerfer. Hervorzuheben ist außerdem, dass von den
6.000 l Wasservorrat 1.0001 um den Anhänger und die Zugmaschine vernebelt werden
können. Der Wassernebel soll der aus drei Mann bestehenden Besatzung etwa 15 bis
20 min Zeit geben, die Technik nahe des Gefahrenherdes zu bewegen. Mobilität
gehört auch zum Gesamtkonzept: Mit Standmotor ausgerüstet lasse sich das fast
wartungsfreie System hinter jede Zugmaschine spannen (Zulassung 80 km/h) oder
wie ein Container sowohl mittels LKW als auch Hubschrauber transportieren. Mit
unverhohlenem Stolz kündigt KOOPMANN nun die Gründung seiner "Bush Fire Top Line
GmbH" zum 1.1.2001 an, hat er seine Idee doch trotz verweigerter staatlicher
Unterstützung bis zur Praxisreife führen können. Die jetzt große Nachfrage aus
der ganzen Welt wird wohl dem Messe-Erfolg einen wirtschaftlichen folgen lassen.
- AFZ-DerWald 25/2000