Markhauser "Rufer in der Wüste" geehrt
- Nordwest Zeitung 28.10.2002
Alfons Koopmann: Platz 1 beim
"Innovationspreis des Niedersächsischen Handwerks" - Unterstützung fehlt
Viel Ehre wurde jetzt dem Markhauser Alfons
Koopmann zuteil. Was ihm außer der Ehre jetzt noch fehlt, ist staatliche Hilfe.
Markhausen/Oldenburg. Mit dem
"Innovationspreis des Niedersächsischen Handwerks", der Karl-Möller-Stiftung
wurde gestern im Fortbildungszentrum der Handwerkskammer Oldenburg der
Markhauser Unternehmer Alfons Koopmann ausgezeichnet. Neben den Preisträgern
begrüßte der Präsident der Handwerkskammer Oldenburg, Jürgen Hemmerling,
Ehrengäste aus Politik, Handwerk und Wirtschaft.

Eindrucksvoll demonstrierte der
"Bush-Fire-Top-Line" auf dem Testgelände der Handwerkskammer seine
Leistungsfähigkeit. |
Mit dem mit 7500 Euro dotierten 1. Preis wurde
Koopmanns Erfindung "Bush-Fire-Top-Line" gewürdigt. Das mobile Löschfahrzeug mit
modernster Technik und zahlreichen Einsatzmöglichkeiten wurde in mehr als zwei
Jahren von dem Markhauser entwickelt. Vor allem in unwegsamem Gelände zeichne
sich das Gerät aus; zudem biete es erhebliche Sicherheitsverbesserungen für
Feuerwehrleute, weil die Kanonen ähnlichen Intruder selbst aus 70 Metern
Entfernung noch einzusetzen seien, so der Vorsitzende der Jury, Dr. Helmut
Greif, in seiner Laudatio.
Greif, Leiter des Heinz-Piest-Instituts für
Handwerkstechnik an der Uni Hannover, lobte darüber hinaus den Innovationswillen
des gesamten Mittelstandes, der sich trotz massiven Gegenwindes aus der Politik
nicht entmutigen lasse. Für die hohe Qualität der Bewerber um den
Innovationspreis spricht, dass er gleich zweimal vergeben werden konnte.

Alfons Koopmann nimmt Urkunde und Gratulation vom
Präsidenten der Handwerkskammer Oldenburg, Jürgen Hemmerling, entgegen. Mit ihm
freut sich Detlef Müller-Röske(re.). |
Mit Koopmann freuten sich Verwandte, Freunde und
die Friesoyther Ratsmitglieder Renate Geuter und Günter Graf, die ihm immer zur
Seite gestanden haben. Und Hilfe kann er brauchen, denn trotz vieler
Auszeichnungen, u.a. der Goldmedaille der Internationalen Erfindermesse in Genf
im Jahr 2000, bekommt Koopmann bislang keinerlei staatliche Unterstützung, um
mit seinem Prototyp in Serie zu gehen und zusätzliche Arbeitsplätze in seiner
Heimatgemeinde zu schaffen. Das ist inzwischen nicht nur für ihn unverständlich,
sondern auch für den ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Graf: "Da bleiben wir
dran, das muss mal in Bewegung kommen. Feuer hält sich nicht an DIN-Normen, also
müssen auch flexiblere, unbürokratische Lösungen her." Koopmanns Engagement
zeige, so Geuter, dass oft nicht die Wissenschaft, sondern das Handwerk
pragmatische Lösungen schaffe. Das müsse unterstützt werden.
Koopmann selbst übt sich nach zahllosen
Enttäuschungen durch politische Gremien indes in Bescheidenheit: "Ich wäre schon
froh, wenn ich von Politikern endlich die Anerkennung bekäme wie aus dem
Handwerk."
- Nordwest Zeitung 28.10.2002