Erfinder-Medaille für
"Brandbekämpfer"
- Nordwest-Zeitung 14.04.2000
Tüftler-Gespann Koopmann/Hillen in Genf
ausgezeichnet - Wirtschaftsministerium zeigt jetzt doch
Interesse
Auf internationales Interesse stößt eine
Weltneuheit aus Markhausen. Alfons Koopmann und Stefan Hillen haben einen
"Brandbekämpfer" konstruiert.
Markhausen/Genf. Seit einem tragischen
Flugzeugabsturz 1997, bei dem vier seiner besten Freunde starben, dachte Alfons
Koopmann darüber nach, wie ein Löschfahrzeug aussehen müsste, das überall
schnell einsetzbar sein würde. Damals konnte die Feuerwehr erst Stunden später
in unwegsamem Gelände zu dem brennenden Wrack vordringen. Die Idee zu
'Koopmann's Bush Fire Top Line'' war geboren.
In zwei Jahren entwickelte der Geschäftsmann aus
Markhausen einen Feuerlöschanhänger, der das Herz eines jeden Feuerwehrmanns
höher schlagen lässt. In Stefan Hillen aus Augustendorf fand er einen
Metallbauer, der mit genauso viel Enthusiasmus die Idee in die Tat umsetzte. Die
beiden Männer verstanden sich blind; es gab nicht einmal eine Zeichnung des
Geräts.
 Koopmanns 'Bush Fire Top Line' ist in jedem
Gelände schnell einsetzbar und von nur drei Personen leicht zu bedienen.
Der Anhänger, der das Wasser bis zu 70 Meter weit schießt, kann hinter
jede Zugmaschine gehängt werden. Auch ein Hubschrauber-Transport ist
möglich. |
Und was sie da gebaut haben, kann sich sehen lassen.
Auf kleinstem Raum ist alles untergebracht, was für eine effektive
Brandbekämpfung notwendig ist. Imponierend ist die Vorführung, wenn aus den
Kanonen ähnlichen 'Intrudern' das Wasser 70 Meter weit geschossen wird. Durch
die hohe Geschwindigkeit, mit der das geschieht, werde dem Feuer der Sauerstoff
entzogen, erläutert Koopmann.
Der 6000-Liter-Tank nebst sämtlichem Zubehör kann
hinter jede Zugmaschine gespannt werden, ob Trecker, LKW oder Panzer. Er kann
auch im Hucke-Pack-System auf LKW befestigt werden, ja sogar von Hubschraubern
mittels spezieller Vorrichtungen in die Luft gehoben und zum Einsatzort geflogen
werden. Auch ist er aus der Luft zu betanken. Unmöglich, alle Vorzüge des 'Bush
Fire Top Line' aufzulisten.
Von der Realisierung seiner Idee versprach sich
Koopmann nicht nur die Rettung von Menschenleben. Er 'wollte auch Arbeitsplätze
schaffen in dieser strukturschwachen Region'. Da das Projekt sehr viel Geld
verschlang, bemühte er sich um Zuschüsse, erhielt aber trotz des persönlichen
Einsatzes von Günter Graf (MdB/Friesoythe) nur Absagen. Die Briefe aus dem
Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr hätten so
manch anderen zum Aufgeben bewogen. Nicht jedoch Alfons Koopmann. Der glaubte
weiter an seine Idee.
 Stolz präsentiert Alfons Koopmann die Urkunde
und die Goldmedaille, die er in Genf für seine Erfindung bekommen
hat. |
Sein Idealismus ist am vergangenen Wochenende belohnt
worden. Gemeinsam mit Stefan Hillen beteiligte er sich an der Internationalen
Messe für Erfindungen in Genf, und als strahlende Sieger kamen' sie zurück.
Unter mehr als 1100 Ausstellern bekamen sie nicht nur den Preis des Deutschen
Erfinderverbandes 2000, sondern holten auch noch die Goldmedaille im
internationalen Vergleich. Koopmann kann es noch jetzt kaum fassen, auf welches
Interesse seine Erfindung weltweit stößt. 'Ich muss in aller Herren Länder
Videoaufnahmen schicken', erzählt er nicht ohne Stolz. Spätes Interesse kommt
jetzt auch aus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium: Minister Dr. Peter
Fischer wird noch in diesem Monat den Betrieb in Markhausen besuchen.
- Nordwest-Zeitung
14.04.2000